Glashaus? Steine?

29. November 2009 von spritkopf

Bisher habe ich den Mediamarkt-Hofkasper immer für vollkommen humorfrei gehalten. Diesmal allerdings hat er einen richtigen Kracher gelandet.

Düstere Aussichten für Spanien

27. November 2009 von spritkopf

Trübe wie dieser Himmel über einem Stück kanarischer Felsküste dürften die Aussichten für den spanischen Immobilienmarkt aussehen, wie hier beschrieben. Und wie von mir bereits vor Ort in Augenschein genommen.

Gute Tage, schlechte Tage

21. November 2009 von spritkopf

Manchmal hat man gute Tage, die sich innerhalb von kurzer Zeit in Scheißtage wandeln. Heute zum Beispiel.

Ich treffe mich mit der I. auf dem Weihnachtsmarkt, quatsche mit ihr über berufliche Querelen, über amouröse Verirrungen, über amourös-körperliche Verirrungen, wir trinken Glühwein mit Rum. Sie befragt mich über männliche Befindlichkeiten, ich gestehe ihr mit aller Beiläufigkeit, der ich fähig bin, daß Männer desweilen komische Anwandlungen bekommen und sich daher in Frauen vergucken, in die sie sich nicht vergucken sollten. Wir setzen das Gespräch in einer Espresso-Bar fort, sie rückt näher und kippt mir ihren Latte Macchiato über die Hose. Als Folge der zwei Glühweine zuviel wird ihr mit einem Mal schlecht, ich bringe sie nach Hause und ins Bett, verabschiede mich brav und setze mich in die Bahn Richtung Heimat.

In der Bahn kontrollieren mich zwei Kontrollettis, die mir mitteilen, daß mein Monatsticket nur in Verbindung mit einem Lichtbildausweis gültig ist. Meine Kreditkarte, meinen Ausweis des Schwimmvereins und meine Visitenkarten nehmen sie zwar gerne als Nachweis, daß ich kein Schwarzfahrer bin, aber dennoch werde ich meinen Personalausweis nochmal bei den Verkehrsbetrieben vorzeigen müssen und bei der Gelegenheit ein paar Euro fuffzig abdrücken dürfen. Scheißvolk.

Spätestens in diesem Augenblick wird mir klar, daß das Verhältnis mit der I. nie mehr so sein wird wie bisher. Ich ziehe meinen MP3-Player hervor und drehe die Musik so laut, daß ich es gerade noch aushalten kann.

Klatsche für Merkel?

4. November 2009 von spritkopf

General Motors bläst tatsächlich nach 6 Monaten Herumgehampel den Verkauf von Opel an Magna ab – ich hätte es nicht geglaubt. Vordergründig bedeutet dies natürlich eine Brüskierung für Merkel. Wenn man sich allerdings erinnert, daß Merkel anfangs keine begeisterte Befürworterin von Staatshilfen war und erst vom Wahlkampfgetrommle des Herrn Steinmeier in den Verhandlungsschlamassel um den Opel-Verkauf getrieben wurde, so könnte ich mir vorstellen, daß sie insgeheim erleichtert ist. Dies umso mehr, als GM bereits die pünktliche Rückzahlung der 1,5 Milliarden Euro Staatskredit in Aussicht gestellt hat, womit sich auch der Schaden für den Steuerzahler in Grenzen halten würde. Die Bundesregierung hat wieder alle Optionen offen – von der Gewährung eines deutlich reduzierten Staatshilfebeitrages bis hin zum völligen Rückzug aus jeglichen Beihilfeszenarien.

Aber auch Magna scheint nicht allzu unglücklich über die GM-Entscheidung zu sein. Angesichts der kaum verhüllten Drohungen ihrer Kunden VW und BMW, wichtige Aufträge zu kündigen, hat man offenbar erkannt, daß der Aufstieg zum Automobilhersteller doch mit größeren Schlaglöchern gepflastert ist.

Zudem scheint sich der Opel-Betriebsrat nicht einig über die zukünftige Vorgehensweise zu sein. Gesamtbetriebsratsvorsitzender Klaus Franz spielt mit hohem Einsatz und fordert, unter einem Mutterkonzern GM keine Staatshilfen an Opel zu gewähren. Der Bochumer Betriebsrat Rainer Einenkel hingegen weiß sehr gut um die akute Gefährdung seines Werkes und will Beihilfen auch unter GM-Führung ausgezahlt sehen. Und die britischen Gewerkschafter führen angesichts der GM-Entscheidung gegen den Magna-Verkauf einen wahren Freudentanz auf.

Weltwirtschaft und die kleine Insel

26. Oktober 2009 von spritkopf

Mit leichter Verspätung *hüstel* folgt eine kleine Nachlese zu meinem Lanzarote-Urlaub im September.

Fester Bestandteil jedes Kanarenurlaubs ist es, per Bus von einer Ecke seines Urlaubsortes zu einer anderen transportiert zu werden. Dazu gehören die Fahrten zwischen Flughafen und Hotel jeweils am Anfang und Ende der Reise, dazu gehören verschiedene Inselbesichtigungstouren. Bei mir war das nicht anders.

Während dieser Touren fuhren wir immer wieder durch einen Vorort von Playa Blanca, der fast ausschließlich aus Einfamilienhäusern besteht. Beim ersten Mal fiel mir noch nichts auf. Die Häuser sehen adrett aus, die Gärten weisen fast kein Grün auf, aber OK, dies hier ist Lanzarote: eine Vulkaninsel mit wenig Wasser. Ich hatte zwar ein undefinierbares Gefühl, daß etwas nicht stimmt, konnte es aber nicht greifen.


Adrett…

Bei der nächsten Fahrt kam mir schlagartig die Erleuchtung: In keinem der Häuser stehen Möbel, die Fenster haben alle einen leichten Schmutzschleier und vor keinem einzigen Haus steht ein Auto. Und ich erinnerte mich, daß es zwar die USA waren, die die großen Schlagzeilen von der Immobilienkrise produzierten, daß aber auch in Spanien eine ähnliche Blase mit lautem Knall geplatzt war. Das, was ich hier sah, war eines der traurigen Überbleibsel. Die gesamte Siedlung ist unbewohnt.

… und leerstehend

Mit diesem Aha-Erlebnis achtet man plötzlich auf verschiedene Anzeichen, die man auf der ganzen Insel findet: Fertige Häuser, die mit den leeren Räumen und verschmutzten Fenstern wie eine Kopie aus der beschriebenen Siedlung aussehen. Oder Häuser in verschiedenen Baustadien, die von ‘Grundplatte gegossen’ bis ‘fertig, aber noch keine Fenster drin’ reichen – und an nicht einem Haus wird gearbeitet.

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Vorführhaus: gefüllter Swimmingpool und Verkaufsplakat

Später erzählte die Reiseleiterin auf einer Inselbesichtigungstour, daß Lanzarote von der Immobilienkrise nicht so stark betroffen sei wie andere Gebiete von Spanien. Und ich frage mich, wie es in Restspanien aussehen muß, wenn ein komplett leerstehendes Viertel als „nicht so stark betroffen“ bezeichnet wird.

Die nächste Volte im Fall Opel

23. Oktober 2009 von spritkopf

Ob etwas an den Spekulationen dran ist, GM wolle Opel doch nicht an Magna verkaufen und die staatlichen Beihilfen selbst einsacken, wird man sehen. Der Marke Opel kommt diese Kehrtwende – die wievielte eigentlich? – bestimmt nicht gelegen. Der Steuerzahler hingegen kann wieder hoffen, die laut Treuhänder Wennemer unabwendbare Pleite nicht mit vielen Milliarden Euro für ein paar Jahre hinauszögern zu müssen. Sollte GM wirklich Opel behalten wollen, lassen sich bestimmt genügend Gründe finden, das Staatsgeld zu versagen.

Allerdings bin ich nicht allzu zuversichtlich, daß die Regierung dafür clever genug ist. Schließlich ist man an die ganze Opel-Rettung so dilettantisch wie nur möglich herangegangen. Ob das nun die idiotische Aufgabe von Verhandlungspositionen durch Steinmeier war – ich bin überzeugt, daß das, was wir jetzt sehen, eine Spätfolge dessen ist – oder die frühzeitige Festlegung auf Magna, stets hat die Politik den Fokus mehr auf öffentliche Wirkung statt auf das Wohl des Unternehmens gelegt.

Sinnvoll wäre gewesen, Opel so aufzustellen, daß sie die bestmögliche Chance haben, den jetzigen Sturm zu überleben. Das hätte wesentlich härtere Entscheidungen im Hinblick auf Stellenstreichungen und Werksschließungen als das bedeutet, was im Magna-Konzept steht. Und so schlecht, wie Opel im Augenblick dasteht, gäbe es auch mit einem härteren Konzept keine Garantie, daß sie überleben. Aber es wäre immer noch besser als die Alternative, die uns Politik und Gewerkschaften zumuten wollen: den großen Geldzapfhahn aufzudrehen und damit den sicheren Tod um zwei Jahre hinauszuschieben.

Dem Betriebsratsvorsitzenden Franz, der mit Sicherheit genau weiß, wie es um Opel steht, ist die Geldverschwendung doch vollkommen wurscht. Seine Aufgabe ist, soviel wie möglich für seine deutschen Beschäftigten herauszuholen. Der würde auch 10 Milliarden aus des Steuerzahlers Taschen in dem Laden versenken, wenn er damit den Insolvenzantrag nur um ein halbes Jahr hinauszögert.

Schwimmen macht Spaß

18. Oktober 2009 von spritkopf

Es macht Spaß, durchs Wasser zu pfeilen – viel schneller, als man es früher mit den heftigsten Paddelbewegungen zustandegebracht hätte. Man hört auf das Wasser, man spürt, wie es am Unterschenkel entlangstreicht und wie man immer noch unnötigen Widerstand erzeugt,  weil die Beine zu sehr hin- und herschlackern. Es bereitet unglaubliche Befriedigung, solange am Bewegungsablauf zu feilen, bis der Armzug einen nicht mehr um 5 cm aus dem Wasser hebt, sondern möglichst vollständig in Vortrieb umgesetzt wird.

Der angenehme Nebeneffekt sind 79 kg Gewicht bei 1,80 m, gute 10 kg weniger als im Juni.

Auch nicht schlecht

16. Oktober 2009 von spritkopf

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