Archive for the ‘Medien’ Category

Esoterischer Bullshit bei der ZEIT

21. April 2013

Ein Redakteur, der sich ein „magisches Tattoo“ stechen lässt, um darüber einen Artikel zu schreiben – wie bescheuert darf es bei der ZEIT noch werden?

Lieber Paul Badde,

3. November 2012

ich danke Ihnen für Ihre herzerfrischende Satire über den Inquisitionsprozess des Galileo Galilei. Weil: nur um eine solche kann es sich bei Ihrem Artikel handeln!

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Klimakrise

20. Dezember 2009

Fassen wir mal zusammen:

  • Die durchschnittlichen Temperaturen sind seit 10 Jahren – entgegen den Vorhersagen – nicht angestiegen.
  • Britische Wissenschaftler haben (unter dem Stichwort „Climategate“) fleißig daran mitgewirkt, daß Forschungsergebnisse möglichst nur auf eine Art und Weise interpretiert und daß Strategien zur Diskreditierung von abweichenden Meinungen initiiert wurden.
  • Unsere Medien rufen angesichts des Scheiterns von Kopenhagen nicht nur die Klimakrise, sondern auch die Vertrauenskrise aus.
  • Gerade vor zwei Minuten lese ich auf meinen Thermometer -10° Celsius ab.

Wer will eigentlich die Hysterie, die gegenwärtig in den Medien inszeniert wird, noch ernstnehmen?

Glashaus? Steine?

29. November 2009

Bisher habe ich den Mediamarkt-Hofkasper immer für vollkommen humorfrei gehalten. Diesmal allerdings hat er einen richtigen Kracher gelandet.

Rechtschreibprobleme in Hamburg

12. Oktober 2009

Es gibt vieles an Spiegel Online zu kritisieren. Daß sie mit leichter Hand Fakten und Meinung vermischen und dabei auch mal wichtige Fakten unterschlagen, wenn sie nicht in die Diktion des Artikels passen. Oder die typische Spiegel-Schreibe, die schon in den 80ern unter anderem von Wolf Schneider angeprangert wurde. Eines allerdings war – bisher jedenfalls – in den Artikeln aus Hamburg nahezu perfekt: Die Rechtschreibung.

Um so mehr fällt dieser Artikel auf. Man findet Kommafehler, ‚das‘ mit falschem Doppel-S und ein Bindestrich-Chaos wie der „Doe-Run Manager“ im Gegensatz zum „Doe Run-Besitzer“. Eine Sprachblüte wie diese ist die Krönung: „Ob das dem Milliardenschweren Doe Run-Besitzer Ira Rennert interessiert, bezweifelt Umweltaktivist Miguel Curi allerdings.“ [sic]

Spiegel, du läßt nach.

„Der Bürger will belogen werden.“

7. September 2009

Immer mal wieder liest man, daß der Bürger doch belogen werden wolle. Zuletzt im ersten Kommentar zu diesem Beitrag auf Michael Sprengs Blog. Ich zucke dann immer innerlich zusammen, weil ich mich frage: Woher weiß der das?

Meiner Ansicht nach ist diese Aussage nicht nur falsch, sondern auch höchst gefährlich. Sie stellt nämlich einen Freibrief fürs Belügen aus, für die bewußte Fehlinformation des Bürgers. Sie ist eine Aufforderung für jeden Politiker (oder auch Journalisten), Fakten durch Auslassung oder Verdrehung im eigenen Sinne zu manipulieren und dem Bürger ein Zerrbild der Realität zu verkaufen. Nicht, daß dies nicht sowieso versucht würde, aber die letzten Hemmungen fielen mit der stillschweigenden Übereinkunft, daß die Politik lediglich dem Wunsch des Wahlvolks nachkäme, ihm eine geschönte Version der Wirklichkeit zu liefern.

Zudem zeugt diese Aussage auch von einer unangenehmen Überheblichkeit des Sprechers, von einer Selbstgefälligkeit nach dem Motto „Alle doof, außer ich!“. Womit man im Umkehrschluß genau weiß, wohin man den ganzen Kommentar packen kann. Nämlich in den Papierkorb.

Schuld, wohin wir schauen

6. August 2009

Das Gegenteil von gut ist gut gemeint, sagt ein Sprichwort. Besonders deutlich wird das immer dann, wenn sich jemand aus den Reihen der Globalisierungsgegner zu Wort meldet und seine Weisheit unters Volk zu streuen begehrt.

Jüngstes Beispiel: Martin Geiger vom WWF beklagt, daß wir Deutschen zuviel Wasser verbrauchen. Damit meint Geiger nicht etwa den persönlichen Wasserverbrauch des einzelnen – der ist in den letzten Jahren gefallen – sondern der Wasserverbrauch über die Produkte, die wir importieren, insbesondere Agrarprodukte wie Kaffee und Kakao aus Ländern z. B. der Dritten Welt. Dafür verwendet er die Metapher „Wasser-Fußabdruck“. Wen diese in ihrer Idiotie an den Orwell’schen Neusprech („Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei, Unwissenheit ist Stärke“) erinnert – schließlich hinterläßt so ein Fuß, den man aus dem Wasser zieht, einen deutlichen und vor allem dauerhaften Abdruck im selbigen – liegt damit gar nicht so falsch.

Als Abhilfe gegen den vom WWF errechneten riesigen Wasserverbrauch schlägt Geiger unter anderem vor, die Erzeugerländer zu boykottieren und nur beim hiesigen Agrarproduzenten zu kaufen (und damit vermutlich demnächst seinen Kaffee und Kakao von deutschen Obstbauern zu beziehen). Womit er im Grunde die Sichtweise der Globalisierungsgegner übernimmt, nach der es falsch ist, in Indonesien genähte Turnschuhe zu kaufen, weil man damit die Ausbeuterlöhne der dortigen Betriebe unterstützt, egal wieviele Arbeiter damit in Lohn und Brot stehen. So bringt uns Geiger bei, daß wir mit unserer abendlichen Tasse heißer Schokolade in gleicher Weise den Grundwasserspiegel in Cote d’Ivoire schädigen.

Nun wären die Äußerungen Geigers nicht so schlimm, träfe er auf einen Journalisten, der derlei Zeug nicht einfach unreflektiert abdruckt. Gute Fragenkataloge an die Attac-Aktivisten und ihre Brüder im Geiste liefert gerne jeder Ökonom von Rang, so zum Beispiel Nobelpreisträger Paul Krugman, der in seinen Büchern gründlich mit dem Mythos von der Verbesserung der Lebensverhältnisse in der Dritten Welt durch Kaufboykott aufräumt, im Gegenteil die Kontraproduktivität solcher Maßnahmen belegt.

Wem das Lesen von Ökonomiebüchern – und seien sie noch so kurzweilig geschrieben – zu anstrengend ist, möge sich die einfache Frage stellen, was eigentlich den Kakao anbauenden Bauern an der Elfenbeinküste ein ‚gesunder‘ Grundwasserspiegel nutzt, wenn keiner ihre Produkte kauft. Und ob sie – um dem Kaufboykott durch unsere ökologiebewußten Gutmenschen zu entgehen – stattdessen auf die Produktion weniger grundwasserintensiver, dafür politisch korrekter Erzeugnisse umsteigen sollen. Vielleicht Sonnenkollektoren oder Wärmetauscher?

Leider findet Geiger in Rolf Obertreis keinen Journalisten, der die Kunst der Nachfrage beherrscht. Stattdessen macht sich dieser ganz offenbar mit der Sache von Geiger gemein und verfällt genau in jenen nervenden Alarmismus, mit dem uns ein schlechtes Gewissen für so ziemlich jedes Vorkommnis zwischen Nord- und Südpol eingeflößt werden soll. Womit sich die „kritischen Warner“ natürlich als unser ökologisches Gewissen profilieren können, selbst wenn sie den allergrößten Blödsinn verzapfen.

Die Berliner Frau

6. August 2009

Sie hat sich ihr Männerbild – und vor allem ihr Selbstbildnis – aus den alten Brigitte-Zeitschriften ihrer Mutter zusammenphantasiert, weswegen sie sich jetzt als taffe, aber gleichzeitig warmherzige Vollblutfrau ansieht. Gleichberechtigung ist ganz wichtig. Natürlich nur solange, wie es sich nicht um die Jagd nach dem letzten Stück Parmesan im Kühlschrank handelt.

Sie ist in Berlin geboren. Das heißt, eigentlich ist sie nicht in Berlin geboren, sondern in einem kleinen 70 km entfernten Kaff, welches keine Sau kennt. Oder in einem 700 km entfernten Kaff irgendwo tief im Schwabenländle, welches keine Sau kennt. Spielt aber keine Rolle – das kleine Kaff ist in ihrer Vorstellung längst nach Berlin eingemeindet worden. Und darum ist sie eine waschechte Berlinerin. Zweifelt jemand daran?

Als echte Berlinerin hat sie Schnauze und Herz. Berliner Schnauze heißt ungefähr soviel wie: Sich über allgemeine Anstandsregeln hinwegsetzen, mit der Eleganz eines Rüsseltiers durch den sprachlichen Porzellanladen zu tanzen und dann mit den Schultern zu zucken und zu sagen „ick komm‘ halt aus Berlin, wa“. Und daß die Berlinerinnen ein Herz besitzen, werden – zumindest physiologisch – die wenigsten bezweifeln.

Der Berlinerin ist Status egal. Vor allem bei Männern. Sie steht allerdings auf Piloten und deswegen ärgert sie sich schwarz, wenn Berliner Männer ihr zwar verbal liefern, was sie verlangt, in Wirklichkeit aber keine 747 nach New York pilotieren, sondern beim Nachtsupermarkt an der Kasse sitzen. Solcher Frevel ist blitzschnell der Anlaß, ein bitterböses Essay über die Berliner Männer zu schreiben und in der Onlineausgabe einer großen deutschen Wochenzeitung zu veröffentlichen.

P.S.: In Wirklichkeit ist das oben geschriebene ein Haufen Bullenscheiße. Weder kenne ich die Berliner Frauen noch weiß ich, wie die so sind und ob man sie überhaupt über einen Kamm scheren kann. Aber da vorurteilsbehaftete Generalabrechnungen mittlerweile „in“ sind, schäme ich mich nicht. Oder nur ganz wenig.

P.P.S.: Berlinerinnen dürfen mir gerne schriftliche Abhandlungen darüber liefern, warum das oben geschriebene ein Haufen Bullenscheiße ist. Oder mich einfach wüst beschimpfen. Ich werde das dann unter „Berliner Schnauze“ verbuchen.