Archive for August 2009

Aus meinem Postfach

21. August 2009

5, 10 oder sogar 25 Kilo Gewicht reduzieren? Wer moechte das nicht! Nur  schafft es kaum ein Mensch. Zumindest nicht ohne Hilfe.
Blablabla. Und wie das geht.

Aber jetzt gibt es fuer alle die, die schlanker werden wollen, eine wirklich fantastische Nachricht. Es wurde endlich ein Produkt entdeckt, mit dessen Hilfe Sie sehr schnell sehr viel Gewicht reduzieren werden, ohne dass Sie halb verhungern und staendig Sport treiben muessen.
Ich hungere fast nicht, Sport macht mir Spaß. Und nun?

Das neu entdeckte Mittel zum einfachen Abnehmen ist so revolutionaer, es hat es sogar in eine beruehmte TV Show gebracht!
Tolle Wurst. Lasst mich raten: Auf NeunLive oder ähnlichen DrecksQualitätssendern?

Amerikanische Abnehmprodukte sorgen fuer den massiven Erfolg. Partizipieren auch Sie an dem Erfolg!
Massiver Erfolg in Eurer Geldbörse, schon klar.

Einfache und zuverlaessige Bestellung und mehr Hinweise im World Wide Web unter
Am A… hängt der Hammer!

http://groups.yahoo.com/group/ichbineindaemlicherspammer

Mit erfolgreichen Gruessen
Dr. Petra Kaub
Jaja, Ihr mich auch.

Malen auf Raketen

20. August 2009

Markus Frick hatte ich bereits vorgestellt als das öh… Genie, welches Kleinanlegern 900 Euro pro Jahr dafür abnahm, daß er ihnen Aktien-Mailspam zuschicken durfte. Allerdings verstummten nie die Gerüchte, daß Fricks Kursraketen in Wirklichkeit mit ein bißchen Farbe aufgehübschte leere Hüllen seien.

Die Staatsanwaltschaft hegt nun den dringenden Verdacht, daß Frick offenbar selber fleißig mitgepinselt hat. Auf deutsch, viele der empfohlenen Aktien sollen von ihm aufgekaufte, wertlose Aktienmäntel gewesen sein, die ihm dann von seinen Jüngern zu Phantasiepreisen aus den Händen gerissen wurden. Wie lukrativ dieses Geschäft gewesen sein muß, läßt sich an den 80 Millionen Euro ermessen, die von der Staatsanwaltschaft sichergestellt wurden.

Mal schauen, wie es weitergeht.

Radfahren

18. August 2009

Diesen Sonntag war ich einen Freund anfeuern, der am Wiesbadener Triathlon teilnahm. Einen Tag später fuhr er mit mir die Radstrecke im Auto ab. Dafür brauchten wir knapp anderthalb Stunden.

Wie der Sieger diese Strecke auf dem Rad in 2:17h – bei geschätzten 35°C und diesem Höhenprofil – bewältigen konnte, ist mir allerdings ein schieres Rätsel.

Es singen die Sirenen

10. August 2009

… und preisen italienische Mehlspeisen.

Komme auf dem Rückweg vom Schwimmen an einer Pizzeria vorbei. Der Duft nach Tomatensauce und geschmolzenem Käse macht mich schier toll. Auf der Stelle könnte ich einen Mord begehen, halte stattdessen krampfhaft den Atem an, beschleunige den Schritt, murmle „ich bin so satt ich mag kein Blatt ich bin so satt ich mag kein Blatt“ vor mich hin wie ein tibetanischer Mönch mit seiner Gebetsmühle. Zuhause angekommen fülle ich eine kleine Schale mit Haferflocken, gebe weißen Joghurt – den mit 0,1% Fett – dazu, löffle dieses hastig weg.

Odysseus kannte keine Calzone.

Tips zum Abnehmen

9. August 2009

Für Männer: FdH, viel Sport.

Für Frauen: Sich von Männern zum Essen einladen lassen.

Schuld, wohin wir schauen

6. August 2009

Das Gegenteil von gut ist gut gemeint, sagt ein Sprichwort. Besonders deutlich wird das immer dann, wenn sich jemand aus den Reihen der Globalisierungsgegner zu Wort meldet und seine Weisheit unters Volk zu streuen begehrt.

Jüngstes Beispiel: Martin Geiger vom WWF beklagt, daß wir Deutschen zuviel Wasser verbrauchen. Damit meint Geiger nicht etwa den persönlichen Wasserverbrauch des einzelnen – der ist in den letzten Jahren gefallen – sondern der Wasserverbrauch über die Produkte, die wir importieren, insbesondere Agrarprodukte wie Kaffee und Kakao aus Ländern z. B. der Dritten Welt. Dafür verwendet er die Metapher „Wasser-Fußabdruck“. Wen diese in ihrer Idiotie an den Orwell’schen Neusprech („Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei, Unwissenheit ist Stärke“) erinnert – schließlich hinterläßt so ein Fuß, den man aus dem Wasser zieht, einen deutlichen und vor allem dauerhaften Abdruck im selbigen – liegt damit gar nicht so falsch.

Als Abhilfe gegen den vom WWF errechneten riesigen Wasserverbrauch schlägt Geiger unter anderem vor, die Erzeugerländer zu boykottieren und nur beim hiesigen Agrarproduzenten zu kaufen (und damit vermutlich demnächst seinen Kaffee und Kakao von deutschen Obstbauern zu beziehen). Womit er im Grunde die Sichtweise der Globalisierungsgegner übernimmt, nach der es falsch ist, in Indonesien genähte Turnschuhe zu kaufen, weil man damit die Ausbeuterlöhne der dortigen Betriebe unterstützt, egal wieviele Arbeiter damit in Lohn und Brot stehen. So bringt uns Geiger bei, daß wir mit unserer abendlichen Tasse heißer Schokolade in gleicher Weise den Grundwasserspiegel in Cote d’Ivoire schädigen.

Nun wären die Äußerungen Geigers nicht so schlimm, träfe er auf einen Journalisten, der derlei Zeug nicht einfach unreflektiert abdruckt. Gute Fragenkataloge an die Attac-Aktivisten und ihre Brüder im Geiste liefert gerne jeder Ökonom von Rang, so zum Beispiel Nobelpreisträger Paul Krugman, der in seinen Büchern gründlich mit dem Mythos von der Verbesserung der Lebensverhältnisse in der Dritten Welt durch Kaufboykott aufräumt, im Gegenteil die Kontraproduktivität solcher Maßnahmen belegt.

Wem das Lesen von Ökonomiebüchern – und seien sie noch so kurzweilig geschrieben – zu anstrengend ist, möge sich die einfache Frage stellen, was eigentlich den Kakao anbauenden Bauern an der Elfenbeinküste ein ‚gesunder‘ Grundwasserspiegel nutzt, wenn keiner ihre Produkte kauft. Und ob sie – um dem Kaufboykott durch unsere ökologiebewußten Gutmenschen zu entgehen – stattdessen auf die Produktion weniger grundwasserintensiver, dafür politisch korrekter Erzeugnisse umsteigen sollen. Vielleicht Sonnenkollektoren oder Wärmetauscher?

Leider findet Geiger in Rolf Obertreis keinen Journalisten, der die Kunst der Nachfrage beherrscht. Stattdessen macht sich dieser ganz offenbar mit der Sache von Geiger gemein und verfällt genau in jenen nervenden Alarmismus, mit dem uns ein schlechtes Gewissen für so ziemlich jedes Vorkommnis zwischen Nord- und Südpol eingeflößt werden soll. Womit sich die „kritischen Warner“ natürlich als unser ökologisches Gewissen profilieren können, selbst wenn sie den allergrößten Blödsinn verzapfen.

Die Berliner Frau

6. August 2009

Sie hat sich ihr Männerbild – und vor allem ihr Selbstbildnis – aus den alten Brigitte-Zeitschriften ihrer Mutter zusammenphantasiert, weswegen sie sich jetzt als taffe, aber gleichzeitig warmherzige Vollblutfrau ansieht. Gleichberechtigung ist ganz wichtig. Natürlich nur solange, wie es sich nicht um die Jagd nach dem letzten Stück Parmesan im Kühlschrank handelt.

Sie ist in Berlin geboren. Das heißt, eigentlich ist sie nicht in Berlin geboren, sondern in einem kleinen 70 km entfernten Kaff, welches keine Sau kennt. Oder in einem 700 km entfernten Kaff irgendwo tief im Schwabenländle, welches keine Sau kennt. Spielt aber keine Rolle – das kleine Kaff ist in ihrer Vorstellung längst nach Berlin eingemeindet worden. Und darum ist sie eine waschechte Berlinerin. Zweifelt jemand daran?

Als echte Berlinerin hat sie Schnauze und Herz. Berliner Schnauze heißt ungefähr soviel wie: Sich über allgemeine Anstandsregeln hinwegsetzen, mit der Eleganz eines Rüsseltiers durch den sprachlichen Porzellanladen zu tanzen und dann mit den Schultern zu zucken und zu sagen „ick komm‘ halt aus Berlin, wa“. Und daß die Berlinerinnen ein Herz besitzen, werden – zumindest physiologisch – die wenigsten bezweifeln.

Der Berlinerin ist Status egal. Vor allem bei Männern. Sie steht allerdings auf Piloten und deswegen ärgert sie sich schwarz, wenn Berliner Männer ihr zwar verbal liefern, was sie verlangt, in Wirklichkeit aber keine 747 nach New York pilotieren, sondern beim Nachtsupermarkt an der Kasse sitzen. Solcher Frevel ist blitzschnell der Anlaß, ein bitterböses Essay über die Berliner Männer zu schreiben und in der Onlineausgabe einer großen deutschen Wochenzeitung zu veröffentlichen.

P.S.: In Wirklichkeit ist das oben geschriebene ein Haufen Bullenscheiße. Weder kenne ich die Berliner Frauen noch weiß ich, wie die so sind und ob man sie überhaupt über einen Kamm scheren kann. Aber da vorurteilsbehaftete Generalabrechnungen mittlerweile „in“ sind, schäme ich mich nicht. Oder nur ganz wenig.

P.P.S.: Berlinerinnen dürfen mir gerne schriftliche Abhandlungen darüber liefern, warum das oben geschriebene ein Haufen Bullenscheiße ist. Oder mich einfach wüst beschimpfen. Ich werde das dann unter „Berliner Schnauze“ verbuchen.

Willemsen interviewt Lobo

2. August 2009

Zwei eitle Selbstdarsteller reden und heraus kommt… nichts!