Archive for Juli 2007

Gewitter

20. Juli 2007

Gerade ging hier ein heftiges Gewitter nieder. Ich stellte mich auf den Balkon, um ein paar nette Regenfotos zu schießen, da schlägt der Blitz ein.

Wenn man erst ein kurzes Brizzeln hört und sofort danach einen gewaltigen Knall, dann weiß man: Der war jetzt nah!

Nein, ich habe ihn leider nicht aufs Bild bekommen.

Wie man sich eine Katastrophenmeldung bastelt

20. Juli 2007

„Deutschland überrundet?“ titelt manager magazin online in einer Meldung, daß China möglicherweise schon bald Deutschland im Bruttoinlandsprodukt (BIP) eingeholt hat. Und wer den Bericht liest, könnte zu der Einschätzung kommen, daß hier die nächste nationale Katastrophe für uns auf der Tagesordnung steht.

In Wirklichkeit handelt es sich bei der Meldung um nichts weiter als einen klickratentreibenden Spaltenfüller. China weist seit Jahren ein wesentlich größeres Wirtschaftswachstum als Deutschland auf. Das ist kein Wunder, wenn man bedenkt, auf welchem niedrigen Niveau das Land sich immer noch befindet. So liegt das BIP pro Kopf bei 6% des deutschen Niveaus. Und bei einem Verhältnis der Bevölkerungszahlen von 1,3 Milliarden zu 80 Millionen braucht es keinen Raketenwissenschaftler, um zu erkennen, daß China uns im Gesamt-BIP überholen wird. Ob das dieses, nächstes oder übernächstes Jahr passieren wird, mag noch nicht geklärt sein, aber zu verhindern ist es in keinem Fall.

Und noch eines an den Herrn Redakteur: Überrundet werden ist ein Begriff aus dem Rennsport und bedeutet, daß man mindestens eine Runde Rückstand hat, mithin schon sehr weit zurückliegt. In diesem Fall geht es lediglich darum, daß Deutschland überholt wird, also seine Führung verliert. Von einem großen Rückstand kann (zumindest jetzt noch) keine Rede sein.

Etwas sprachliche Schlampigkeit, ein paar statistische Klimmzüge, fertig ist der nächste Untergang des Abendlandes.

Law and order

19. Juli 2007

Warum bekommen wir eigentlich immer Innenminister, die sich gern als Männer von Law and order gerieren, die aber selber nicht unbedingt als Muster an Unbescholtenheit herhalten können? Ob das nun der wegen Meineides verurteilte Friedrich Zimmermann war („Old Schwurhand“) oder der später wegen Untreue verurteilte Manfred Kanther (Verwicklung in die Spendenaffäre der hessischen CDU), ob das nun Otto Schily war, der die Presseredaktion des „Cicero“ verfassungswidrig vom BKA durchsuchen ließ (und der als Anwalt der RAF-Terroristen noch ganz anders geklungen hatte) oder Wolfgang Schäuble, dessen Rolle in der CDU-Spendenaffäre sich mehr als dubios darstellte.

Bundesinnenminister – muß wohl eine ganz besondere Spezies sein.

Nochmal Sat1

18. Juli 2007

Der still ruhende See hat sich innerhalb eines Tages in den Meeresstrudel der Charybdis gewandelt. Zu der Moritat von den Heuschrecken, die erwartungsgemäß bis zum Erbrechen wiederholt wurde, kamen noch andere Albernheiten wie z.B. die Klage darüber, daß man die Sendergruppe doch besser an Springer hätte verkaufen sollen oder die Kapitalismuskritik von (Tusch!) CSU-Generalsekretär Markus Söder, sehr schön zusammengefaßt vom Signalpiraten.

Man mag in der Einstellung der Nachrichtensendungen einen Paradigmenwechsel sehen, der die Ära der Freudlosigkeit im Fernsehen einläutet, wie Stefan Niggemeier es tut. Ich sehe darin nur ein paar Tralala-Formate, die keiner brauchte und die folgerichtig weggefallen sind. Eine „Nachrichtensendung“, die keine Nachrichten bringt, sondern banalen Schwachsinn, und die dem Zuschauer das durchschnittliche Weltbild des Big-Brother-Bewohners vermittelt, schadet mehr, als daß sie nützt.

Nett fand ich übrigens auch den Hinweis von Thomas Wiegold bei Stefan Niggemeier, daß die früher als Teufelszeug geltende Quote auf einmal der Stein der Weisen sein soll, wenn es um die Qualitätsbewertung von Fernsehprogrammen geht.

Davon abgesehen scheint die vielbeschworene gute Quote, die Sat1 am Mittag offenbar zuletzt hatte, auch nur Quote im Sinne des Wortes gewesen zu sein. Ein Anteil an der Gesamtzuschauerschaft nämlich. Und wenn die Gesamtzuschauerschaft klein ist, nützt auch eine hohe Quote nix – es sind absolut gesehen immer noch wenig Zuschauer. Gottlob, möchte man angesichts der in der Sendung verkündeten Dumpfheiten sagen.

Die nordhessischen Jusos und ihre „Ideen“

18. Juli 2007

Das Plagiat ist die aufrichtigste Form der Verehrung, sagt ein Sprichwort. Von daher müßte man eigentlich die von den nordhessischen Jusos „gestartete“ und auf ihrer Homepage mit ordentlich Selbstlob versehene Aktion für ein großes Kompliment an die Blogger Sven Scholz und Karan halten. Schließlich waren es Sven und Karan, die die Aktion „Ein Grundgesetz für Schäuble“ initiiert haben.

Allerdings muß ich gestehen, daß ich arge Schwierigkeiten habe, das so positiv zu sehen. Mir kommen da eher Assoziationen wie schmierige und schleimige Heranwanzerei und im übrigen der Kaffee hoch.

Aber macht ruhig so weiter, Jungs. Fremde Ideen für eigene ausgeben und sich damit groß zu brüsten: Man sieht, Ihr habt schon perfekt das Handwerk des angehenden Politikers verinnerlicht. Tim Schmuch und Ruven Zeuschner, diese Namen muß man sich wohl merken.

Mich ekelt es ob dieses Politikernachwuchses!

Sat1 streicht Nachrichten

17. Juli 2007

Wie Spiegel Online meldet, werden auf Druck der Investorgesellschaften KKR und Permira die „beliebten Nachrichten“ bei Sat1 mit sofortiger Wirkung gestrichen. Beliebt? Beliebt??? Wer hat sich denn bitteschön jemals Nachrichten auf Sat1 angesehen?

Dennoch – ich hätte erwartet, daß das Rauschen im Blätterwald heftiger sein würde. Schließlich soll es noch sowas wie Solidarität unter Journalisten geben. Stattdessen: Still ruht der See. Neben dem erwähnten Artikel auf Spiegel Online liest man bei Welt.de noch etwas über den Einstellungsbeschluß, ansonsten wird das Ereignis nahezu totgeschwiegen.

Ok, Michael Konken vom Deutschen Journalisten-Verband beschwört, daß man so nicht umgehen dürfe mit den „Beschäftigten, die mit Engagement Nachrichtenjournalismus machen“, was sich so ähnlich anhört wie die berüchtigte Arbeitszeugnis-Floskel „… hat sich bemüht, die ihm übertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit zu erledigen“. Und daß ver.di-Vize Frank Werneke den nächsten Heuschreckenvergleich nicht auslassen konnte – auch geschenkt. Wobei ich gerne wissen würde, welche Meinung Werneke über die Sat1-Nachrichten vertritt, wenn mal kein Mikrophon in der Nähe ist.

Daß aber auf der Sat1-Newsseite im Internet nichts zu lesen ist, wundert mich schon. Ich meine, die Damen und Herren sind doch eh ihren Job los, da könnten sie doch wenigstens einen Kommentar zu den Geschehnissen geben. Journalistisches Selbstverständnis und so weiter.

An der Stelle von Senderchef Matthias Alberti hätte ich sowieso nicht die Komplettstreichung beschlossen. Viel zu schädlich fürs Image. Nein, eine „Straffung“ der Nachrichtenredaktion hätte vollauf genügt. So ungefähr auf zwei Leute – einer sortiert die dpa-Meldungen, der andere liest sie vor. Hätte keiner gemerkt.

Aktion „Ein Grundgesetz für Schäuble“

13. Juli 2007

Sven Scholz und Karan haben angeregt, sich beim Bundestag drei Ausgaben des Grundgesetzes zu bestellen (das geht kostenlos und portofrei). Eine für sich selbst und eine für die Enkel („Guck mal, soooo viele demokratische Rechte hatte der Oppa damals.“).

Die letzte wird an den Herrn Bundesminister des Inneren Wolfgang Schäuble geschickt. Erstens, weil er das sehr nötig zu haben scheint, zweitens, damit er deutlich darauf hingewiesen wird, daß die Bürger das Grundgesetz in seiner gegenwärtigen Form(!) sehr zu schätzen wissen.

Ich werde mich jedenfalls an dieser Aktion beteiligen.

Den Link zum Bestellen gibts bei Karan.

Wie schnell fährt denn der?

12. Juli 2007

Damit muß man wohl leben, wenn man in einem englischen Exoten unterwegs ist. Man wird angehalten, weil die Damen und Herren von der Polizei sich für das Auto interessieren und nicht für die (nicht begangenen) Verkehrsübertretungen des Fahrers.