Archive for the ‘Privates’ Category

Moderne Kommunikation

31. Dezember 2009

„Wozu brauchst Du eigentlich noch ein Festnetztelefon? Du machst doch eh alles mit dem Handy.“

„Stimmt, aber ich muß mich anrufen können, wenn ich mal wieder nicht weiß, wo in der Wohnung ich es liegengelassen habe.“

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Weltwirtschaft und die kleine Insel

26. Oktober 2009

Mit leichter Verspätung *hüstel* folgt eine kleine Nachlese zu meinem Lanzarote-Urlaub im September.

Fester Bestandteil jedes Kanarenurlaubs ist es, per Bus von einer Ecke seines Urlaubsortes zu einer anderen transportiert zu werden. Dazu gehören die Fahrten zwischen Flughafen und Hotel jeweils am Anfang und Ende der Reise, dazu gehören verschiedene Inselbesichtigungstouren. Bei mir war das nicht anders.

Während dieser Touren fuhren wir immer wieder durch einen Vorort von Playa Blanca, der fast ausschließlich aus Einfamilienhäusern besteht. Beim ersten Mal fiel mir noch nichts auf. Die Häuser sehen adrett aus, die Gärten weisen fast kein Grün auf, aber OK, dies hier ist Lanzarote: eine Vulkaninsel mit wenig Wasser. Ich hatte zwar ein undefinierbares Gefühl, daß etwas nicht stimmt, konnte es aber nicht greifen.


Adrett…

Bei der nächsten Fahrt kam mir schlagartig die Erleuchtung: In keinem der Häuser stehen Möbel, die Fenster haben alle einen leichten Schmutzschleier und vor keinem einzigen Haus steht ein Auto. Und ich erinnerte mich, daß es zwar die USA waren, die die großen Schlagzeilen von der Immobilienkrise produzierten, daß aber auch in Spanien eine ähnliche Blase mit lautem Knall geplatzt war. Das, was ich hier sah, war eines der traurigen Überbleibsel. Die gesamte Siedlung ist unbewohnt.

… und leerstehend

Mit diesem Aha-Erlebnis achtet man plötzlich auf verschiedene Anzeichen, die man auf der ganzen Insel findet: Fertige Häuser, die mit den leeren Räumen und verschmutzten Fenstern wie eine Kopie aus der beschriebenen Siedlung aussehen. Oder Häuser in verschiedenen Baustadien, die von ‚Grundplatte gegossen‘ bis ‚fertig, aber noch keine Fenster drin‘ reichen – und an nicht einem Haus wird gearbeitet.

Lanzarote3
Vorführhaus: gefüllter Swimmingpool und Verkaufsplakat

Später erzählte die Reiseleiterin auf einer Inselbesichtigungstour, daß Lanzarote von der Immobilienkrise nicht so stark betroffen sei wie andere Gebiete von Spanien. Und ich frage mich, wie es in Restspanien aussehen muß, wenn ein komplett leerstehendes Viertel als „nicht so stark betroffen“ bezeichnet wird.

Schwimmen macht Spaß

18. Oktober 2009

Es macht Spaß, durchs Wasser zu pfeilen – viel schneller, als man es früher mit den heftigsten Paddelbewegungen zustandegebracht hätte. Man hört auf das Wasser, man spürt, wie es am Unterschenkel entlangstreicht und wie man immer noch unnötigen Widerstand erzeugt,  weil die Beine zu sehr hin- und herschlackern. Es bereitet unglaubliche Befriedigung, solange am Bewegungsablauf zu feilen, bis der Armzug einen nicht mehr um 5 cm aus dem Wasser hebt, sondern möglichst vollständig in Vortrieb umgesetzt wird.

Der angenehme Nebeneffekt sind 79 kg Gewicht bei 1,80 m, gute 10 kg weniger als im Juni.

Vorfreude

14. September 2009

Dunkle Wolken ziehen über den Himmel und drohen Regen an, das Thermometer zeigt fröstelige 16°C. Das erhöht aber nur die Vorfreude auf das warme Atlantikwasser, in dem ich morgen um diese Zeit planschen werde. Weswegen es hier in den nächsten Tagen ruhiger sein wird.

Es singen die Sirenen

10. August 2009

… und preisen italienische Mehlspeisen.

Komme auf dem Rückweg vom Schwimmen an einer Pizzeria vorbei. Der Duft nach Tomatensauce und geschmolzenem Käse macht mich schier toll. Auf der Stelle könnte ich einen Mord begehen, halte stattdessen krampfhaft den Atem an, beschleunige den Schritt, murmle „ich bin so satt ich mag kein Blatt ich bin so satt ich mag kein Blatt“ vor mich hin wie ein tibetanischer Mönch mit seiner Gebetsmühle. Zuhause angekommen fülle ich eine kleine Schale mit Haferflocken, gebe weißen Joghurt – den mit 0,1% Fett – dazu, löffle dieses hastig weg.

Odysseus kannte keine Calzone.

Die Pein des Anfängers

30. Juli 2009

Wenn man nur alle Jubeljahre eher unregelmäßig zum Laufen geht*, darf man sich nicht wundern, wenn bei jedem Lauf die Schmerzen die gleichen sind wie beim letzten Mal. Man beginnt quasi jedes Mal neu.

*eine wahrhaft rheinische Formulierung

Ein angenehmes Wochenende

9. Juli 2009

Dieses Wochenende werde ich einen Freund besuchen. Genau jenen, der mich vor ein paar Wochen beschwatzt hat, mit dem Fitnesstraining anzufangen. Und eigentlich hatte ich mir dabei ein paar angenehme Tage vorgestellt. Bißchen Schwimmen gehen und mir dabei von ihm ein paar Tips abholen. Vielleicht noch eine Runde laufen. Und abends auf ein dort stattfindendes Straßenfest, gemütlich ein paar Bierchen zischen. Weißbier wirkt übrigens isotonisch und damit perfekt gegen Krämpfe. Ich liebe solche Begründungen!

Wie gesagt, alles schön streßfrei.

Gerade habe ich mit ihm telefoniert. Er hat mir das Trainingsprogramm durchgegeben („Trainingsprogramm? Welches Trainingsprogramm??“) und freudigen Tones mitgeteilt, daß er mich bei einem der  besten Triathlontrainer Deutschlands angekündigt hat. Als derjenige, der nächstes Jahr bei einem Iron Man mitmachen möchte. Und natürlich wird der mich einer „lockeren“ Begutachtung unterziehen. Ja nee, is‘ klar – Iron Man. Und gaaanz locker.

Hüüülfe!

Unseren täglichen Frust gib uns heute

3. Juli 2009

Nach knapp drei Wochen regelmäßigem Schwimmen (Frau Hestitopia, nehmen Sie dies bitte zur Kenntnis!) war ich ja der Auffassung, daß ich so langsam auch mit dem Laufen beginnen könnte. Schon seit zwei Wochen liegen die Mizunos in der Ecke und glotzen mich erwartungsvoll an. Also den MP3-Player mit fetzigen Melodien aufgeladen, Sportklamotten und Schuhe an und los. 4 km sollten für den Anfang nicht zuviel sein, die traben wir doch gemütlich herunter.

Aber ach! Nach dem ersten Kilometer läuft ein unsichtbarer Peiniger nebenher und sticht mich permanent in die Seite, nach dem zweiten Kilometer scheint ein teuflischer Wissenschaftler sämtlichen Sauerstoff aus der Luft entfernt zu haben. Notgedrungen gehe ich den dritten Kilometer und japse dabei wie ein Kabeljau auf dem Fischfangmutterschiff kurz vor seiner Reinkarnation als Iglo-Fischstäbchen. Der vierte Kilometer wird mit kurzen Alibi-Zwischensprints (würde eine Weinbergschnecke sagen) im mittlerweile einsetzenden strömenden Regen absolviert.

Vollkommen klatschnass komme ich zuhause an und frage mich, wie ich es jemals schaffen soll, 15 km am Stück zu laufen. Arrgh.