Archive for Januar 2008

Snap-Preview

31. Januar 2008

…nervt einfach nur.

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Verdammt, was ist das für ein Lied?

30. Januar 2008

Ich bin wahrscheinlich nicht der einzige, dem es so geht. Ein Musikstück geistert im Kopf herum, aber man weiß ums Verrecken nicht, von wem es ist und wie es heißt. Anstatt wie früher zum nächsten Plattenladen zu rasen und dem Verkäufer mit der Lalala-Methode auf den Wecker zu fallen, greift man heute auf Web2.0 zurück. Das hat nämlich nicht nur Schrott zu bieten, sondern ausnahmsweise auch mal etwas Sinnvolles: WatZatSong.com

Man lädt einen Musikschnipsel als MP3 hoch und andere User sagen einem, um welches Stück es sich handelt. Idealerweise ist das MP3 vom Original, z.B. vom Radio aufgenommen, aber man kann auch selber singen. Zur Erhöhung der Erfolgsaussichten empfiehlt es sich dann, auf das vorherige Gurgeln mit Salzsäure zu verzichten.

Bei mir bestand glücklicherweise keine Notwendigkeit dazu, da es sich um ein Video bei YouTube handelte. 20 Sekunden davon abgesampelt, in ein MP3 verwurstet und hochgeladen, weniger als eine Minute später hatte ich die richtige Antwort – genial.

Achja, das Stück – wie fast immer in solchen Fällen ein eher simpel gestricktes: „Call on me“ von Eric Prydz.

Plädoyer für eine Gesetzesverschärfung

29. Januar 2008

Das Grundgesetz steht in unserem Staat über allen anderen Gesetzen. Es steht auch über allen Verwaltungsvorschriften. Verstößt ein vom Bundestag oder von den Landesparlamenten erlassenes Gesetz gegen das Grundgesetz, ist es nichtig. Das Grundgesetz ist der niedergeschriebene Konsens, auf dem dieser Staat basiert.

Immer häufiger stellen die Bürger fest, daß die Politik sich um das Grundgesetz nicht mehr groß schert, wenn es ihnen in den Kram paßt. Man „testet“ aus, ob man z.B. seiner Datensammelwut frönen kann und spekuliert darauf, daß das dumme Volk es nicht merkt. Und wenn doch: Na wenn schon. Der Weg bis zu einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts ist lang.

„Hey, bisher hat es niemand mitbekommen und Verfassungsklage erhoben, machen wir also lustig weiter!“

Und daher plädiere ich für die Strafbarkeit von Verstößen gegen das Grundgesetz. Wer als Staatsdiener das gesetzliche Fundament eben dieses Staates angreift, muß meiner Auffassung nach sich damit strafrechtlich auseinanderzusetzen haben.

Ich bin kein Jurist. Daher kann ich nicht sagen, ob das überhaupt möglich ist. Insbesondere der Gesetzeserlass durch ein Parlament dürfte vermutlich sehr schwer anzugreifen sein. Aber es gibt, wie man sieht, immer noch genügend Verwaltungsvorschriften, die verfassungswidrig sind und warum sollen die nicht eine schärfere strafrechtliche Würdigung erfahren?

Jedenfalls stelle ich als Bürger fest, daß ein Mißstand – der Angriff auf das höchste Gesetz unseres Staates – gehäuft auftritt und verlange dafür Abhilfe. Wenn ich gegen ein Gesetz verstoße, kann ich mich auch nicht auf einen Verbotsirrtum herausreden, wenn ich es hätte besser wissen können. Warum soll das nicht auch für Politiker gelten, die bei Bedarf auf eine ganze Batterie von Juristen zurückgreifen können (und die in vielen Fällen sogar selber Juristen sind)?

Roland Koch

28. Januar 2008

Überall höre und lese ich, Koch habe sich selber so demontiert, der sei ein für allemal weg vom Fenster und Wulff unangefochtener Kronprinz in der CDU. Klar, er hat richtig einen auf die Mütze bekommen und sein Ministerpräsidentenamt ist genauso weg wie Schröders Kanzleramt nach der letzten Bundestagswahl. Für mich ist aber klar, daß Koch einen neuen Anlauf auf die Macht nehmen wird.

Ich erinnere nur an Jürgen Möllemann, auch so ein Unsympath. Was hat der nicht alles an Affären und unfeinen Geschichten überstanden, wo man dachte „jetzt hat er sich endgültig ins Aus befördert“? Zack, drei Jahre später war er wieder da wie das Springteufelchen aus der Kiste. Mal abgesehen von seinem letzten Abgang, als er offenbar endgültig den Bogen überspannt hatte, aber Möllemann hatte schon öfter ein Comeback als andere ihre Unterwäsche wechseln.

Wir werden Roland Koch wiedersehen. Leider.

Hammerspruch zur Hessenwahl

27. Januar 2008

„Die Armee hält sich hier erstaunlich zurück.“

(Der Leiter eines chilenischen Politikinstitutes zum Wahlkampf in Hessen.)

Marcus Bensmann

26. Januar 2008

Ruhrbarone berichtet über den deutschen Journalisten Marcus Bensmann, der in Usbekistan arbeitete und dort einen Anschlag fast nicht überlebte. Man liest und ist fassungslos.

Noch ein paar zusätzliche Infos (es ist sinnvoll, zuerst bei Ruhrbarone weiterzulesen):

Kommentar von Marcus Bensmann zu den Wahlen in Usbekistan in der TAZ.

Wie unbeliebt Marcus Bensmann bei der usbekischen Regierung gewesen sein muß, läßt sich am Fall der usbekischen Menschenrechtlerin Gulbachor Turajewa ersehen. Sie hatte offensichtlich mit Marcus Bensmann im Fall des Massakers von Andischan (weiteres bei Ruhrbarone) zusammengearbeitet und wurde wegen Besitzes von Dokumenten der Opposition zu sechs Jahren Haft verurteilt. Nach fünf Monaten Haft wurde sie freigelassen, nachdem sie ein vermutlich erzwungenes Geständnis ablegte. Dieses enthielt unter anderem auch eine Passage zu Marcus Bensmann, in der er als „sogenannter Journalist“ bezeichnet wird, der „mittels Lüge und Betrug den Namen Usbekistans beschmieren“ möchte.

Turajewas Selbstbezichtigung wurde von der usbekischen Botschaft in Berlin veröffentlicht und höhnisch als „Manifest der Menschlichkeit“ bezeichnet (Leerzeichen aus URL entfernen):

http://www.openpr.com/news/22197/Yet-Another-Mani festation-of-Hum anism.html

Es liest sich genau wie das typische Geständnis eines Regimekritikers in einem totalitären Staat. Ja, sie habe sich schuldig gemacht. Ja, sie bedaure dies sehr. Ja, sie danke dem Gericht für die erwiesene Gnade. Ja, sie werde in Zukunft nie mehr solche bösen Taten begehen und sich fortan nur noch der Familie widmen. Und ihr (!) Anwalt fügt hinzu: Sie habe ein Verbrechen begangen, welches eine Strafe verdiente. Das Gericht habe aber Menschlichkeit walten lassen und er hoffe, daß Turajewa ihre Lehre daraus ziehe.

In diesem Kontext müssen auch ihre Anmerkungen zu Bensmann gelesen werden. (Aller Erfahrung nach wurde das Geständnis vom Gericht verfaßt und ihr nur noch zur Unterschrift vorgelegt.)

Um das deutlich klarzustellen: Ich mache Gulbachor Turajewa absolut keinen Vorwurf, daß sie als Mutter von vier minderjährigen Kindern, vor die Wahl zwischen vielen Jahren im Gefängnis und einem öffentlichen „Schuldbekenntnis“ mit sofortiger Freilassung gestellt, sich für letzteres entschied. Sie wäre nicht die erste Regimekritikerin gewesen, die ein usbekisches Gefängnis nicht lebend verläßt.

Déjà Vu

24. Januar 2008

Der neue BMW-Einkaufschef Herbert Diess will offensichtlich beweisen, wie wertvoll er für das Unternehmen ist und fordert von seinen Lieferanten Knall auf Fall pauschal Preisnachlässe in der Größenordnung von 15 – 20 Prozent. Das haben wir doch schon alles schon einmal gesehen, oder? Nicht nur bei mir wird sofort die Erinnerung an José Ignacio López de Arriortúa auftauchen, in den 80er und 90er Jahren erst bei General Motors und dann bei VW der Chefeinkäufer.

José Ignacio López – für diejenigen, die es nicht wissen – ist damals genau wie jetzt Diess durch sämtliche Zuliefererbetriebe getobt und hat sie preismäßig ausgequetscht wie Zitronen. Was zur vorhersehbaren Reaktion der Zulieferer führte: Herunterschrauben der Qualitätsmaßstäbe, um wieder Geld zu verdienen. Logisch – niemand kann dauerhaft davon leben, Wind um die Ecke zu schaufeln.

Die Folgen, die auch als „Lopez-Effekt“ Eingang in den wirtschaftswissenschaftlichen Sprachgebrauch fanden, waren unter anderem, daß der Ruf von GM-Tochterunternehmen Opel als Hersteller von zuverlässigen Fahrzeugen, den sie bis dato hatten, fürs erste ruiniert war. Daß López schon nach drei Jahren bei VW gehen mußte, weil er Unterlagen von GM zu seinem neuen Arbeitgeber mitgenommen hatte und diesem damit ein Verfahren wegen Industriespionage mitsamt einer Strafe von 100 Mio. Dollar einbrockte, dürften die betroffenen Zulieferer mit hämischer Freude verfolgt haben.

Um nochmal auf Herbert Diess zurückzukommen, der sich gerade anschickt, Lopez nachzueifern: Interessant ist auch sein früheres Tätigkeitsfeld. Chef der Motorradsparte von BMW war er nämlich. Und in dieser Eigenschaft trägt er die Hauptverantwortung für die seinerzeitige Einführung von ABS bei BMW-Motorrädern.

Warum das so erwähnenswert ist? Nun, weil bei Motorrädern dieser Marke eine Reihe von Unfällen aufgetreten ist, die manche Leute auf das Versagen eben jenes ABS zurückführen. Siehe z.B. hier, hier und hier. Und hier noch der Link auf die Hauptseite der sehr lesenswerten Motor-Kritik.

Wie der Motorkritik zu entnehmen, schwelt diese ABS-Geschichte schon länger vor sich hin und ist einfach nicht aus den Medien zu bekommen. Und so könnte man auf die Idee kommen, daß Herbert Diess von seinem alten Posten weggelobt wurde und er eine Bewährungsfrist von seinem Arbeitgeber eingeräumt bekommen hat. Die er mit radikalen Schritten nutzt, wie man sieht. Ob wirklich zu BMWs Vorteil, darf allerdings bezweifelt werden.

Blogroll-Erweiterung, die zweite

22. Januar 2008

… mit einer Gruppe von Ökonomen, die offenkundig deutlich andere Meinungen vertreten als der von mir gerade aufgenommene Paul Krugman: Cafe Hayek in Person von Russell Roberts und Don Boudreaux.

Es gibt viel zu lesen. Fangen wir an.