Das Küchenschaben-Prinzip


Unter Kammerjägern gibt es eine Regel: Für jede Küchenschabe, die offen an einer Wand entlangläuft, gibt es weitere zwanzig (oder fünfzig oder hundert…), die sich unentdeckt in dunklen Ritzen aufhalten.

Bei Opel in Rüsselsheim erblickt derzeit im Wochenabstand einiges häßliche Ungeziefer das Tageslicht:

  • Der beim Staat angemeldete Finanzbedarf steigt stetig an. War Ende letzten Jahres noch von unter eine Milliarde Euro die Rede, sind wir mittlerweile bei vier Milliarden angelangt, für die der Steuerzahler ins Feuer steigen soll.
  • Die Patente an den eigenen Fahrzeugen wurde schon vor einigen Jahren von GM übernommen und von diesen an das US-Finanzministerium verpfändet. Somit hat Opel für selbst entwickelte (!) Fahrzeuge Lizenzgebühren in die USA zu überweisen.
  • Opel hat seit Jahren keine Steuern gezahlt. Gewinne wurden an GM transferiert, Verluste jedoch hier steuerlich geltend gemacht.
  • Die Bundesregierung forderte ein Konzept von Opel und erhielt eine als Werbebroschüre getarnte Lachnummer.
  • GM wird sich – natürlich – nicht mit Geld an der Rettung seiner Tochterfirma beteiligen.

Außerdem ist offenbar immer noch nicht klar, wie ein Abfluß deutscher Steuermittel an GM wirksam verhindert werden soll.

Man fragt sich, welche unangenehmen Überraschungen noch alles in Rüsselsheims dunklen Ecken lauern. Und man fragt sich, wer angesichts dieses Desasters noch auf Opels Überleben wetten würde. Ich nicht.

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