Klatsche für Merkel?


General Motors bläst tatsächlich nach 6 Monaten Herumgehampel den Verkauf von Opel an Magna ab – ich hätte es nicht geglaubt. Vordergründig bedeutet dies natürlich eine Brüskierung für Merkel. Wenn man sich allerdings erinnert, daß Merkel anfangs keine begeisterte Befürworterin von Staatshilfen war und erst vom Wahlkampfgetrommle des Herrn Steinmeier in den Verhandlungsschlamassel um den Opel-Verkauf getrieben wurde, so könnte ich mir vorstellen, daß sie insgeheim erleichtert ist. Dies umso mehr, als GM bereits die pünktliche Rückzahlung der 1,5 Milliarden Euro Staatskredit in Aussicht gestellt hat, womit sich auch der Schaden für den Steuerzahler in Grenzen halten würde. Die Bundesregierung hat wieder alle Optionen offen – von der Gewährung eines deutlich reduzierten Staatshilfebeitrages bis hin zum völligen Rückzug aus jeglichen Beihilfeszenarien.

Aber auch Magna scheint nicht allzu unglücklich über die GM-Entscheidung zu sein. Angesichts der kaum verhüllten Drohungen ihrer Kunden VW und BMW, wichtige Aufträge zu kündigen, hat man offenbar erkannt, daß der Aufstieg zum Automobilhersteller doch mit größeren Schlaglöchern gepflastert ist.

Zudem scheint sich der Opel-Betriebsrat nicht einig über die zukünftige Vorgehensweise zu sein. Gesamtbetriebsratsvorsitzender Klaus Franz spielt mit hohem Einsatz und fordert, unter einem Mutterkonzern GM keine Staatshilfen an Opel zu gewähren. Der Bochumer Betriebsrat Rainer Einenkel hingegen weiß sehr gut um die akute Gefährdung seines Werkes und will Beihilfen auch unter GM-Führung ausgezahlt sehen. Und die britischen Gewerkschafter führen angesichts der GM-Entscheidung gegen den Magna-Verkauf einen wahren Freudentanz auf.

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3 Antworten to “Klatsche für Merkel?”

  1. spill Says:

    Für mich zeigt sich da nochmal mehr die arrogante Fratze des Turbokapitalismus in USA.
    Alleine die Verhandlungen der Detroiter waren ja gespickt mit Tricks und Täuschungen.
    Glücklicherweise hat ja der Von Buchdrucker mal genau gelesen und reagiert.
    Aber diese Unverfrorenheit von denen ist schon unangenehm.
    Nicht das es hier quer ‚rüberkommt, bin ca.halbiglebend in USA, ich mag die Leute da(ok…60%…).
    Herrje ich könnte jetzt ausholen, negativst.
    Aber schbin ja bei AmnestyInternäschenell gell.

    Aber dieses arrogannnnnte Gehabe da(Republikaner) ärgert michimmer mehr.
    Was bilden die sich eigentlich ein.
    Erstmal (ok, primitiv verallgemeinern können wir auch) so nebenbei die Weltwirtschaft ruinieren,und dann noch so auftreten oder was?

    USA ist ein riesiger Bluff.
    Miserabelste Infrastruktur.
    Stromversorgung Mittelalter.
    Strassen wie in Albanien.
    An Häusern die wie Villen aussehen…dranklopfen, klingt und ist PAPPENDECKEL.
    Die kommunistische GELBE GEFAHR ist deren größter Geldgeber ey.
    usw.

    Zum Thema.
    Fragt man einen DurchschnittsAmi danach wieviel PS der BigblockPickup denn so hat eigentlich.
    Unwissendes Stottern ist die Folge.
    „Well…Horsepower?….Well…5Liter? 12 öh Zylinder ? 4 MPG ?“
    Soviel bzgl.Fachwissen von denen.
    Bedurfte etwas pädagogisch austarierter Nachhilfe neulich.
    Like…ey…you can get roundabout 500 Horsepower out of a 1.0L Engine, and out of a 12L-Engine you may get only 100 Horses…;-)
    Mit Newtonmeter wollte ich die garnicht penetrieren….deren Augen waren schon zu groß ey….
    Lachhaft.
    Schnaise könnte jetzt noch 2-40 Seiten…….;-)

  2. noch ein Markus Says:

    tjaja …
    wobei es im Endeffekt doch schnuppe ist,
    ob GM nächstes oder Magma übernächstes Jahr 2 Werke zumacht und 10000 Leute entlässt.
    oder GM oder Magma Staatsbeihilfen bekommen und verbraten.
    ob Opel nächstes oder übernächstes Jahr insolvent wird.

    am meisten nervt mich allerdings gerade wieder das Gehabe von Politikern und Gewerkschaftsfuzzis, als ob man diese Möglichkeit gaaaaaaaar nicht hat kommen sehen.
    verlogenes Pack, blödes.

  3. spritkopf Says:

    So gesehen haben beide Seiten versucht, sich gegenseitig auszutricksen. Die Bundesregierung hat mit massivem Druck versucht, GM dazu zu zwingen, ihr Eigentum an Magna zu verkaufen. Die Amerikaner haben die Verhandlungen immer wieder verzögert und sich wie der Bandwurm in der Sch… gewunden, wenn es an die Unterzeichnung bindender Verträge ging. Und wer hat gewonnen?

    Der Witz an der Geschichte ist: Hätte Guttenberg sich durchgesetzt mit seiner Insolvenzoption, dann würde GM gar nichts mehr zu sagen haben, sondern nur der Insolvenzverwalter. Und mit dem hätte die Bundesregierung alles verhandeln können, was sie nur will. Aber das hat das Genie von Frank-Walter Steinmeier verhindert.

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