Die nächste Volte im Fall Opel


Ob etwas an den Spekulationen dran ist, GM wolle Opel doch nicht an Magna verkaufen und die staatlichen Beihilfen selbst einsacken, wird man sehen. Der Marke Opel kommt diese Kehrtwende – die wievielte eigentlich? – bestimmt nicht gelegen. Der Steuerzahler hingegen kann wieder hoffen, die laut Treuhänder Wennemer unabwendbare Pleite nicht mit vielen Milliarden Euro für ein paar Jahre hinauszögern zu müssen. Sollte GM wirklich Opel behalten wollen, lassen sich bestimmt genügend Gründe finden, das Staatsgeld zu versagen.

Allerdings bin ich nicht allzu zuversichtlich, daß die Regierung dafür clever genug ist. Schließlich ist man an die ganze Opel-Rettung so dilettantisch wie nur möglich herangegangen. Ob das nun die idiotische Aufgabe von Verhandlungspositionen durch Steinmeier war – ich bin überzeugt, daß das, was wir jetzt sehen, eine Spätfolge dessen ist – oder die frühzeitige Festlegung auf Magna, stets hat die Politik den Fokus mehr auf öffentliche Wirkung statt auf das Wohl des Unternehmens gelegt.

Sinnvoll wäre gewesen, Opel so aufzustellen, daß sie die bestmögliche Chance haben, den jetzigen Sturm zu überleben. Das hätte wesentlich härtere Entscheidungen im Hinblick auf Stellenstreichungen und Werksschließungen als das bedeutet, was im Magna-Konzept steht. Und so schlecht, wie Opel im Augenblick dasteht, gäbe es auch mit einem härteren Konzept keine Garantie, daß sie überleben. Aber es wäre immer noch besser als die Alternative, die uns Politik und Gewerkschaften zumuten wollen: den großen Geldzapfhahn aufzudrehen und damit den sicheren Tod um zwei Jahre hinauszuschieben.

Dem Betriebsratsvorsitzenden Franz, der mit Sicherheit genau weiß, wie es um Opel steht, ist die Geldverschwendung doch vollkommen wurscht. Seine Aufgabe ist, soviel wie möglich für seine deutschen Beschäftigten herauszuholen. Der würde auch 10 Milliarden aus des Steuerzahlers Taschen in dem Laden versenken, wenn er damit den Insolvenzantrag nur um ein halbes Jahr hinauszögert.

5 Antworten to “Die nächste Volte im Fall Opel”

  1. noch ein Markus Says:

    ich bin nie ernsthaft davon ausgegangen dass GM Opel tatsächlich verkaufen wollte.
    damit wären ja gleichzeitig mindestens 90% des kompletten Europageschäftes weg, was momentan als Chevrolet verkauft wird ist in totalen Zahlen ja eher albern.
    zudem ist man an den deutschen Standorten wohl auch recht erfolgreich in der Erforschung von alternativen Antrieben.

    naja, mal sehen.
    für mich war das eigentlich ein schönes Poltspektakel vor den Wahlen ohne ernsthaften wirtschaftlichen Hintergrund (wer aus unserer Regierung sollte das auch schon können???)

  2. spritkopf Says:

    Für GM war der Opel-Verkauf nie eine Frage des Wollens, sondern des Müssens. Sie haben nur knapp ihre eigene Insolvenz mit Finanzhilfen der amerikanischen Regierung überlebt und diese hat explizit untersagt, daß amerikanische Steuergelder zur Sanierung fremdländischer Tochtergesellschaften verwendet wird. Für die Weiterführung von Opel hätte GM Geld gebraucht, was sie nicht hatten.

    Ohne den deutschen Überbrückungskredit von 1,5 Milliarden Euro – den Opel nicht bekommen hätte, wenn Detroit nicht der Auslagerung von Opel aus dem GM-Konzern zugestimmt hätte – wäre in Rüsselsheim schon lange Schluß gewesen. Und dieses Geld ist auch schon fast wieder verbraucht.

    GM spekuliert jetzt – falls der Spiegel-Artikel wirklich wahr sein sollte – auf zwei Sachen: Erstens, daß die EU-Kommission Deutschland zur Auszahlung der Beihilfen zwingen wird, auch wenn der Käufer nicht Magna heißt bzw. erst gar nicht verkauft wird. Zweitens, daß Merkel ein Problem haben würde, öffentlich den Verlust der 1,5 Milliarden Euro Überbrückungskredit zu erklären. Schließlich wäre dieses Geld ebenfalls weg, wenn Opel unter GM-Führung keine Beihilfen bekäme und doch noch mit Verspätung in die Insolvenz geschickt würde.

  3. noch ein Markus Says:

    das wäre ja dann eine ganz tolle Verarsche gewesen.
    Kohle kassieren, von der EU entscheiden lassen daß das Geld nicht an einen Käufer gebunden ist, Opel behalten.
    hahaha.

    gut, zutrauen würde ich es unserer (ehemaligen und aktuellen genauso) Bundesregierung.
    wobei ich ja die Hoffnung habe dass man solche Zahlungen und Verträge VORHER überprüfen lässt.
    gut, die Hoffnung ist nicht sehr groß, aber doch vorhanden…
    :)

  4. spritkopf Says:

    Nunja, GM müßte natürlich ein eigenes Rettungskonzept erstellen, da das Magna-Konzept überhaupt nicht passen würde. Und das könnte man dann wunderbar auseinandernehmen. Allerdings wären dann, wie schon gesagt, auch die 1,5 Milliarden Brückenfinanzierung perdü.

  5. spill Says:

    Mich hat eh schon immer gewundert, also wo so eine Tagesproduktion eines durchschnittlichen AutoWerks eigentlich so täglich hin soll.

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