Die Berliner Frau


Sie hat sich ihr Männerbild – und vor allem ihr Selbstbildnis – aus den alten Brigitte-Zeitschriften ihrer Mutter zusammenphantasiert, weswegen sie sich jetzt als taffe, aber gleichzeitig warmherzige Vollblutfrau ansieht. Gleichberechtigung ist ganz wichtig. Natürlich nur solange, wie es sich nicht um die Jagd nach dem letzten Stück Parmesan im Kühlschrank handelt.

Sie ist in Berlin geboren. Das heißt, eigentlich ist sie nicht in Berlin geboren, sondern in einem kleinen 70 km entfernten Kaff, welches keine Sau kennt. Oder in einem 700 km entfernten Kaff irgendwo tief im Schwabenländle, welches keine Sau kennt. Spielt aber keine Rolle – das kleine Kaff ist in ihrer Vorstellung längst nach Berlin eingemeindet worden. Und darum ist sie eine waschechte Berlinerin. Zweifelt jemand daran?

Als echte Berlinerin hat sie Schnauze und Herz. Berliner Schnauze heißt ungefähr soviel wie: Sich über allgemeine Anstandsregeln hinwegsetzen, mit der Eleganz eines Rüsseltiers durch den sprachlichen Porzellanladen zu tanzen und dann mit den Schultern zu zucken und zu sagen „ick komm‘ halt aus Berlin, wa“. Und daß die Berlinerinnen ein Herz besitzen, werden – zumindest physiologisch – die wenigsten bezweifeln.

Der Berlinerin ist Status egal. Vor allem bei Männern. Sie steht allerdings auf Piloten und deswegen ärgert sie sich schwarz, wenn Berliner Männer ihr zwar verbal liefern, was sie verlangt, in Wirklichkeit aber keine 747 nach New York pilotieren, sondern beim Nachtsupermarkt an der Kasse sitzen. Solcher Frevel ist blitzschnell der Anlaß, ein bitterböses Essay über die Berliner Männer zu schreiben und in der Onlineausgabe einer großen deutschen Wochenzeitung zu veröffentlichen.

P.S.: In Wirklichkeit ist das oben geschriebene ein Haufen Bullenscheiße. Weder kenne ich die Berliner Frauen noch weiß ich, wie die so sind und ob man sie überhaupt über einen Kamm scheren kann. Aber da vorurteilsbehaftete Generalabrechnungen mittlerweile „in“ sind, schäme ich mich nicht. Oder nur ganz wenig.

P.P.S.: Berlinerinnen dürfen mir gerne schriftliche Abhandlungen darüber liefern, warum das oben geschriebene ein Haufen Bullenscheiße ist. Oder mich einfach wüst beschimpfen. Ich werde das dann unter „Berliner Schnauze“ verbuchen.

Advertisements

2 Antworten to “Die Berliner Frau”

  1. spill Says:

    „Äh ground,siss is EDEKA-Flight twosixniner , request cashengine startup.“
    „EDEKA-Flight twosixniner, startup approved, taxi to runway twofive right via November behind the Onebuycar“
    „Rodscher sätt, EDEKA-Flight twosixniner, cashstartup and taxi to runway twofive right behind se Onebuycar“
    „EDEKA-Flight twosixniner, hold short of CashStrip twofive“
    „EDEKA-Flight twosixniner enter se Cashrunway twofive after REWE has landed“
    „Rodscher sätt, EDEKA twosixniner“
    „EDEKA twosixniner, you are cleared for takeoff Cashstrip twofive, after takeoff contact Shophousedetectives on frequency oneonetwo, have a good day“

    (Schhabe nämlich so’n FlugfunkEmpfänger gell ;-))

  2. spritkopf Says:

    LOL

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: