HSH Nordbank und die Politik


Politik ist ein schmutziges Geschäft, sagt eine bekannte Binsenweisheit. Dabei kommt ein Großteil der Flecken auf den Westen der Beteiligten erst mit viel Verspätung ans Tageslicht. Manche überhaupt nie.

Umso dankbarer muß man Werner Marnette, dem ehemaligen Wirtschaftsminister der Landesregierung Schleswig-Holstein sein, daß er die Geschehnisse rund um die HSH Nordbank, die zu seinem Rücktritt führten, schonungslos und zeitnah aufdeckt. Und umso besorgter angesichts des Dilettantismus und der Blauäugigkeit, mit der Ministerpräsident Carstensen und Finanzminister Wiegard in Sachen HSH agieren.

Erneut zeigt sich aber auch, wie schwer sich Politik-Quereinsteiger tun, die nicht ihre Instinkte für die dort üblichen Mechanismen in einer jahrelangen Parteikarriere schärfen konnten. Hierbei ist Werner Marnette nur das jüngste Beispiel in einer langen Reihe von Kandidaten, die vorzeitig zurücktraten (oder zurückgetreten wurden), von denen die bekanntesten der Computer-Unternehmer Jost Stollmann und der Steuerrechtler und ehemalige Verfassungsrichter Paul Kirchhof waren. Gescheitert sind sie zumeist an der Tatsache, daß unangenehme Wahrheiten im politischen Tagesgeschäft nicht erwünscht sind, schon gar nicht öffentlich.

Dazu passend eine Statistik, welche Berufe besonders vertrauenerweckend sind – und welche nicht. An allerletzter Stelle und noch hinter dem Gebrauchtwagenverkäufer: der Politiker.

P.S.: HSH-Chef Dirk Jens Nonnenmacher sieht genauso schmierig aus, wie man ihn sich nach den Interviews von Werner Marnette vorstellt.

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