Opel und Saab


Saab hat gerade Insolvenz angemeldet und will sein Glück als unabhängiger Fahrzeughersteller versuchen. Sein Mutterkonzern (jedenfalls bis jetzt) General Motors hat schon seinen Segen dazu gegeben. Daß Saab in diesem Zusammenhang alles an Produktion ins eigene Haus holt, was das Markenschild trägt, ist verständlich. Helfen wird es ihnen leider nichts. Ein Autohersteller, der

  • schon von 2007 auf 2008 einen Rückgang seiner Verkaufsstückzahlen um 41% hinnehmen mußte
  • das (sich so abzeichnende) Katastrophenjahr 2009 noch vor sich hat
  • mit seiner Insolvenz sicherlich viel Vertrauen bei seiner Kundschaft erwerben wird (Stichwort Fahrzeuggarantie)
  • mit 65.000 Fahrzeugen im Jahr viel zu kleine Stückzahlen schreibt, um nur einigermaßen rentabel produzieren zu können und
  • daher schon seit vielen Jahren tiefrote Zahlen schreibt
  • eine dringende Erneuerung seiner Fahrzeugpalette (mit dem damit verbundenen Kostenaufwand) nötig hätte

hat ungefähr die Chance eines Schneeballs in der Hölle auf sein Überleben. So schätzt das auch die schwedische Regierung ein und verweigert sich konsequent Staatshilfen an den maroden Autohersteller.

Eigentlich müßte man annehmen, daß Opel Saab noch nicht einmal mit der Kohlenzange anpacken dürfte, weil diese Firma nichts weiter als ein gigantisches schwarzes Loch ist, in dem die eigenen Cashreserven nur so weggluckern werden. Aber nein, die Gefahr, daß ein paar lumpige tausend Stück Produktionsvolumen von Opels Fertigungsstraßen verschwinden könnten, bietet tatsächlich für einige Experten den Anlaß, doch die Zusammenlegung von Opel und Saab zu fordern, so als hätte man nicht die vielen mißlungenen Übernahmen von Pleitefirmen gesehen, die allesamt später rückabgewickelt werden mußten (Daimler und Chrysler, BMW und Rover). Und die übernehmenden Firmen waren in jenen Fällen mit wohlgefülltem Bankkonto ausgestattet, nicht ein krankes Unternehmen wie Opel, das sowohl alleine wie auch im Verbund mit GM aufs Höchste pleitegefährdet ist.

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