Marcus Bensmann


Ruhrbarone berichtet über den deutschen Journalisten Marcus Bensmann, der in Usbekistan arbeitete und dort einen Anschlag fast nicht überlebte. Man liest und ist fassungslos.

Noch ein paar zusätzliche Infos (es ist sinnvoll, zuerst bei Ruhrbarone weiterzulesen):

Kommentar von Marcus Bensmann zu den Wahlen in Usbekistan in der TAZ.

Wie unbeliebt Marcus Bensmann bei der usbekischen Regierung gewesen sein muß, läßt sich am Fall der usbekischen Menschenrechtlerin Gulbachor Turajewa ersehen. Sie hatte offensichtlich mit Marcus Bensmann im Fall des Massakers von Andischan (weiteres bei Ruhrbarone) zusammengearbeitet und wurde wegen Besitzes von Dokumenten der Opposition zu sechs Jahren Haft verurteilt. Nach fünf Monaten Haft wurde sie freigelassen, nachdem sie ein vermutlich erzwungenes Geständnis ablegte. Dieses enthielt unter anderem auch eine Passage zu Marcus Bensmann, in der er als „sogenannter Journalist“ bezeichnet wird, der „mittels Lüge und Betrug den Namen Usbekistans beschmieren“ möchte.

Turajewas Selbstbezichtigung wurde von der usbekischen Botschaft in Berlin veröffentlicht und höhnisch als „Manifest der Menschlichkeit“ bezeichnet (Leerzeichen aus URL entfernen):

http://www.openpr.com/news/22197/Yet-Another-Mani festation-of-Hum anism.html

Es liest sich genau wie das typische Geständnis eines Regimekritikers in einem totalitären Staat. Ja, sie habe sich schuldig gemacht. Ja, sie bedaure dies sehr. Ja, sie danke dem Gericht für die erwiesene Gnade. Ja, sie werde in Zukunft nie mehr solche bösen Taten begehen und sich fortan nur noch der Familie widmen. Und ihr (!) Anwalt fügt hinzu: Sie habe ein Verbrechen begangen, welches eine Strafe verdiente. Das Gericht habe aber Menschlichkeit walten lassen und er hoffe, daß Turajewa ihre Lehre daraus ziehe.

In diesem Kontext müssen auch ihre Anmerkungen zu Bensmann gelesen werden. (Aller Erfahrung nach wurde das Geständnis vom Gericht verfaßt und ihr nur noch zur Unterschrift vorgelegt.)

Um das deutlich klarzustellen: Ich mache Gulbachor Turajewa absolut keinen Vorwurf, daß sie als Mutter von vier minderjährigen Kindern, vor die Wahl zwischen vielen Jahren im Gefängnis und einem öffentlichen „Schuldbekenntnis“ mit sofortiger Freilassung gestellt, sich für letzteres entschied. Sie wäre nicht die erste Regimekritikerin gewesen, die ein usbekisches Gefängnis nicht lebend verläßt.

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