Archive for Juni 2007

Was ein Pressehaus und ein Autohersteller gemeinsam haben

7. Juni 2007

Einen Klimakiller erster Güte macht Uwe Gepp im historischen Dampfzug von Heiligendamm aus. Und Spiegel Online ist sich nicht zu schade, diesen Schwachsinn erster Güte auch noch zu veröffentlichen.

Wenn wir jetzt noch soweit kommen, zur Jagd auf Technikdenkmäler wie Dampflokomotiven oder auch historische Autos zu blasen, dann hört es für mich auf. Ich frage mich, ist der Autor dieses Haufen Mülls Artikels nur eine Klickratenhure auf möglichst viele Page Impressions aus oder meint der das wirklich ernst?

Soweit wie maloXP mit seinem Boykott von Spiegel Online mag ich – noch – nicht gehen. Aber sie nähern sich auch bei mir der Schmerzschwelle. Daß die journalistischen Standards bei Spiegel Online immer tiefer sinken, ist über den Verlauf der letzten ein, zwei Jahre deutlich spürbar gewesen. So hat es seine Gründe, daß z.B. die Sparte „Panorama“ als „Pornorama“ verspottet wird, auch hausintern.

Spiegel Online macht es wie ein gewisser schwäbischer Limousinenhersteller: Er kapitalisiert seine Reputation und verdient damit deutlich mehr Geld als früher – eine Zeitlang! Aber irgendwann wird man feststellen, daß die Reputation aufgezehrt ist. Und daß es teuer wird, diese wieder herzustellen. Sehr teuer!

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Peepshow

5. Juni 2007

Wer sich schon immer gefragt hat, warum Kraftausdrücke im amerikanischen Fernsehen mit Pieptönen überlagert werden: dies ist eine Maßgabe der amerikanischen Federal Communications Commission FCC, die sie auch mit Bußgeldern gegenüber den Fernsehsendern durchsetzen konnte – bis jetzt. Nachdem US-Präsident Bush selber das Wort „Shit“ benutzte, allerdings ohne zu bemerken, daß dies von einem Mikrofon in seiner Nähe aufgenommen wurde, entschied ein amerikanisches Gericht nun, daß eine solche Maßgabe möglicherweise nicht durch die Verfassung gedeckt sei.

Bemerkenswert entlarvend die Reaktion des Chefs der FCC, Kevin J. Martin, auf dieses Urteil: „If we can’t restrict the use of the words “fuck” and “shit” during prime time, Hollywood will be able to say anything they want, whenever they want.“

Wahrhaft eine beängstigende Vorstellung: Die in Hollywood können alles sagen, was sie wollen und wann immer sie wollen.

Nachtrag: Eine erhellende Darstellung des Themas findet sich bei USA Erklärt

Catcam – die Katzenkamera

5. Juni 2007

Jürgen Perthold wollte wissen, was seine Katze den ganzen Tag macht. So konstruierte er eine Kamera mit automatischer Bildaufnahme, schnallte sie seiner Katze um und stellte die Bilder ins Netz.

Nun warte ich darauf, daß die ersten Tierschützer den Schutz der Privatsphäre auch für Katzen einfordern.

Ich hasse Spülen!

2. Juni 2007

Spülen ist eine elende Zeitverschwendung! Man kann noch nicht mal ein Buch dabei lesen, weil man…

  • nur mit langem Hals lesen kann, da der Platz rund um die Spüle mit Geschirr unterschiedlichster Sauberkeitsgrade belegt ist.
  • höllisch aufpassen muß, daß kein Wasser aufs Papier tropft.
  • sich für jedes Seitenumblättern die Hände abtrocknen muß.
  • laufend den Blick zwischen Spüle und Buch hin- und herwechseln lassen muß, um nicht den versteinerten Krümelrest auf der Tellerunterseite zu übersehen.

Spülmaschinenbesitzer, Ihr wisst gar nicht, wie gut Ihr es habt. Sich gemütlich in seinem Lieblingssessel zu fläzen und zu schmökern, während im Hintergrund die Miele behaglich ihr Lied wummert – das ist besser als jedes kitschig prasselnde Kaminfeuer.

Callcenter, die Bergwerke der Neuzeit

2. Juni 2007

Es scheint, Callcenter kommen auch in Deutschland verschärft unter Beobachtung.

Vor einigen Tagen beschäftigte sich Günter Wallraff in einem Zeit-Artikel mit ihnen und nannte sie „Bergwerke der Neuzeit“. Zwei Tage später veröffentlichte Bruno Schrep einen ausführlichen Bericht auf Spiegel Online (mittlerweile nur noch kostenpflichtig abrufbar), gleichzeitig wurde eine entsprechende Diskussion im Spiegel-Forum gestartet. Hier wird darüber gestritten, wie die unerwünschten Telefon-Nervensägen behandelt werden sollen und dürfen. Ein Vorschlag ist z.B., ihnen mittels dieses Gegenskriptes einen Löffel ihrer eigenen Medizin zu verabreichen. Eine andere Methode wird von dem amerikanischen Komiker Tom Mabe praktiziert.

Dennoch scheinen die Zahlen, die zu Callcentern existieren, nicht sonderlich präzise zu sein. 400.000 Branchenmitarbeiter in Deutschland nennt Günter Wallraff, davon seien zwei Drittel, also rund 250.000, zumindest teilweise mit Outbound befaßt, also Anrufen, die vom Callcenter zum potentiellen Kunden laufen. (Inbound ist das klassische Geschäft mit Service-Hotlines, die vom Kunden angerufen werden.) Nur knapp darunter liegen die Zahlen des Spiegel.

Die Verbraucherzentralen schätzen, daß jeden Tag 900.000 Anrufe durchgeführt werden. Aber selbst, wenn man berücksichtigt, daß viele der in Callcentern Beschäftigten dort nur in Teilzeit arbeiten, scheinen mir knapp 4 Anrufe je Mitarbeiter und Tag doch sehr wenig, insbesondere wenn man noch ausländische Callcenter berücksichtigt, die ja ebenfalls auf die deutsche Kundschaft (Vorsicht, Euphemismus!) losgelassen werden. Ganz zu schweigen von den Anrufrobotern, die vollautomatisch komplette Telefonnummernbereiche durchnudeln und so auf deren Existenz bzw. Erreichbarkeit testen, wodurch auch Geheimnummern, die nicht in öffentlichen Telefonverzeichnissen eingetragen sind, aufgespürt werden können.

Wunderbare Welt der Preisfindung

1. Juni 2007

Gerade eben in meinem lokalen Supermarkt gesehen: Der 500g-Becher einer bekannten Margarinemarke kostet 99 Cent. Nimmt man den 600g-Becher ebendieser Marke, zahlt man nur 79 Cent. Ok, zugegebenermaßen als Sonderpreis ausgezeichnet.

Ich rätsele, ist das nun eine besonders raffinierte Werbeaktion (ich gestehe, ich habe zugegriffen, bin also drauf reingefallen) oder nur ein Ausdruck unserer Freiheit? Der Freiheit, sich selber zu betuppen, meine ich.

Spam-Mails, die wir brauchen

1. Juni 2007

Passend zum Start meines Blogs mogelt sich eine Mail durch meinen Spamfilter, die mir das Leben erleichtern könnte:

—— schnipp ——

Betreff: Der einfachste Weg zu beginnen zu schreiben.

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—— schnapp ——

Hm, ein ü als Aufzählungszeichen zu verwenden… interessante Variante, liebe Tante. Und den letzten Satz verstehe ich auch nicht so recht. Egal – ich müßte ein Idiot sein, wenn ich da nicht zugreife.

Obwohl… Nee, doch nicht! Sorry, Freunde.