An Tissy Bruns vom „Medienquartett“ des Deutschlandfunks


Stefan Niggemeier berichtete in seinem Beitrag Blinde sorgen sich um die Zukunft der Farbe über eine Diskussion über Blogs im Deutschlandfunk. Tissy Bruns, Redakteurin beim „Tagesspiegel“ und Teilnehmerin des Gespräches, antwortete ihm in einer Mail, die von Herrn Niggemeier veröffentlicht wurde.

Frau Bruns, wenn Sie in der Gesprächsrunde nur ein einziges Mal differenziert auf Blogging eingegangen wären, dann hätten Sie jetzt mit vollem Recht diese etwas herablassende Antwort schreiben dürfen. Aber das sind Sie nicht. Was Sie zu Anfang des Gespräches an Nichtwissen verratendem Wischiwaschi von sich gaben, wurde schon im Beitrag von Herrn Niggemeier genannt. Aber auch später kam nichts Substanzielles von Ihnen.

So gab es die zum Erbrechen ausführliche Diskussion über den Dopingskandal und der sich durch den Radsport vereinnehmenlassenden Sportjournalisten. Zwischendurch fragte einer der Moderatoren: „Wird denn der Journalist – angesichts dieser Kumpanei – wird der denn in seiner Wächterfunktion dann ersetzt durch jemanden von außen, durch Blogger beispielsweise?“

Sie antworteten: „Das glaube ich überhaupt nicht, im Gegenteil. Also Ihre Ausgangsfrage war ja, hätten die Blogger uns vielleicht eher mit der Nase daraufgestoßen?“

Jetzt erwartete ich natürlich eine ausführlichere Erörterung dieser Frage, jedoch leider vergebens. Stattdessen ergingen Sie sich lang und breit darin, wie der Lockruf des Geldes zur Korrumpierung der beteiligten Journalisten führte – wahrhaftig eine scharfsinnige Erkenntnis.

Als ich schon nicht mehr damit rechnete, in Ihrem themenfremden GefaselDiskussionsbeitrag eine Beantwortung der Frage des Moderators zu erhalten, ließen Sie zu Blogs den Satz fallen: „Das wird uns nicht konterkariert durch Laien, die darauf gucken.“ Keine Erklärung des Warum und Wieso, stattdessen folgte nur noch die absurde Theorie, daß die Blogger durch ihr genaueres Hinschauen die Aufklärung solcher Skandale noch schwieriger machten, da die Bösen noch mehr in die Hinterzimmer getrieben würden. Arm, Frau Bruns, sehr arm.

Aber trösten Sie sich. Nicht Sie, sondern Manfred Bissinger empfand ich als die eigentliche Katastrophe in dieser Diskussion. Er schien noch nicht mal annähernd zu wissen – oder wissen zu wollen, was Blogs eigentlich sind. Stattdessen hatte man den Eindruck, er befinde sich auf einem Rückzugsgefecht, bei dem es darum ginge, möglichst nichts, aber auch gar nichts zu Blogs zu sagen, getreu dem Motto „Je öfter man den Feind erwähnt, umso stärker macht man ihn“. Er schwadronierte ausführlich über die Verantwortlichkeit des Journalisten – der er selber in Vorbereitung dieser Diskussion ganz offensichtlich nicht nachgekommen war. Zum Internet fiel ihm nur „Schmutz und Dreck“ ein, Realitätsverweigerung auf allerhöchstem bzw. -niedrigstem Niveau.

Manfred Bissinger erinnert mich an die Bären in amerikanischen Nationalparks. Werden sie nicht mehr gefüttert, fallen sie tot um.

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