Christianity – The First Three Thousand Years


Dass es möglich ist, religiös zu sein und dennoch ordentliche Wissenschaft zu betreiben, stellt der Geschichtswissenschaftler Diarmaid MacCulloch unter Beweis. Schon sein Buch “Die Reformation” vermittelt einen tiefen Eindruck von den Geschehnissen des 16. und 17. Jahrhunderts, die von Martin Luther angestoßen wurden und zum nächsten großen Schisma nach denen des 5. und 11. Jahrhunderts führten.

Derzeit lese ich “Christianity – The First Three Thousand Years” im englischen Original. Und auch, wenn ich noch lange nicht am Ende bin – das Buch hat weit über 1500 Seiten – so ist faszinierend, wie MacCulloch beispielsweise die Wurzeln des jüdischen Volkes mehr als tausend Jahre vor der Zeitenwende beschreibt. Dies schätze ich an ihm: Wenn vor die Wahl zwischen biblischer und wissenschaftlich-historischer Darstellung gestellt, gibt er trotz seines Glaubens grundsätzlich dem wissenschaftlichen Rigor den Vorzug. Auch bin ich im Vergleich dazu gespannt, wie Israel Finkelstein und Neil Silberman diesen Zeitraum in ihrem Buch “Keine Posaunen vor Jericho” abgehandelt haben, welches schon in meinem Regal wartet.

Wer also eine Geschichte des Christentums lesen will, die sich an den historischen Gegebenheiten orientiert und nicht an den verlogenen Versuchen diverser Theologen, biblische Märchen und historische Ereignisse krampfhaft in Überdeckung zu bringen, dem kann ich dieses Buch guten Gewissens empfehlen.

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2 Antworten to “Christianity – The First Three Thousand Years”

  1. bundesbedenkentraeger Says:

    gibt er trotz seines Glaubens grundsätzlich dem wissenschaftlichen Rigor den Vorzug

    Wie die meisten Christen. Übrigens auch die von Dir weiter unten geschmähten Theologen. Du mußt nur den Blick über die wenigen bibelfundamentalistischen Sekten hinaus weiten… Als frei zugängliches Nachschlagewerk sei Dir wibilex.de empfohlen. Ist noch im Aufbau befindlich, aber schon einiges zu AT und NT vorhanden. Und unter jedem Artikel wird wissenschaftliche LIteratur genannt, um sich zu vertiefen, wie man das bei wissenschaftlichenNachschlagewerken gewohnt ist ;)

  2. Davidus Says:

    *gähn* bei wibilex schmoren die Theologen im eigenen Saft: Die angeführte Literatur stammt überwiegend wiederum aus der Theologenzunft – und das stimmt mich zumindest skeptisch.

    Wenn ich was über die Christentumsgeschichte wissen will, dann lese ich auch nicht einen Theologen, der heute an einer theol. Fakultät lehrt und von der Kirche … *hüstl* … bin ich doch tatsächlich der Kirchenpropaganda auf den Leim gegangen … vom Steuerzahler bezahlt wird … dann lese ich einfach mal den Deschner.

    Wirklich bibelkritische UND konsequente Theologen sind nämlich so rar wie Griespudding mit Himbeeren essende Einhörner.

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